Suburbanisierung

Unter Suburbanisierung wird die Abwanderung von Teilen der städtischen Bevölkerung in das städtische Umland verstanden. Menschen, die früher in der Kern-Stadt gelebt haben, ziehen in Stadt nahe ländliche Gemeinden oder in neugegründete Siedlungen an den Stadtrand. Im Unterschied dazu bedeutet Urbanisierung die Vergrößerung einer Stadt durch Zunahme der Fläche und/oder Einwohnerzahl. Mit der Stadtflucht der Bevölkerung geht auch eine Abwanderung von Wirtschaftsunternehmen, Dienstleistungsbetrieben und Gewerbe einher.

Die Ursachen der Suburbanisierung

Ein Grund für die Suburbanisierung sind die ständig steigenden Bauland-Preise und Mieten in den innerstädtischen Wohngebieten. Außerdem wollen gerade jüngere Familien mit Kindern gerne in im Grünen, in landschaftlich reizvoller Umgebung und in verkehrsberuhigten Gebieten wohnen und die sind im Umland häufiger anzutreffen, als in den Städten. Die gestiegene Mobilität durch immer mehr private Kraftfahrzeuge und immer bessere Anbindungsmöglichkeiten des Umlandes an den städtischen Nahverkehr führen ebenfalls immer öfter zu der Entscheidung, außerhalb zu wohnen.

Folgen der Suburbanisierung

Durch die Suburbanisierung entstehen einerseits die so genannten Satellitenstädte oder Trabantenstädte, andererseits aber auch riesige Dörfer, deren Bewohner zum größten Teil nicht am dörflichen Alltag teilnehmen und nur zum Schlafen und zum Wochenende nach Hause kommen. Die Pendlerströme vom Wohnort zum Arbeitsort und zurück belasten die Umwelt, führen zu höheren Kosten und bedeuten einen Verlust an Freizeit. Außerdem wird die Landschaft zersiedelt und die natürlichen Lebensräume von Pflanzen und Tieren verkleinert und zerschnitten.

Für die Stadt bedeutet die übermäßige Abwanderung Einkommensverluste, weil zum Beispiel die Steuereinnahmen sinken, trotzdem müssen die Städte aber mehr Geld für die Infrastruktur aufbringen, weil sie den immer weiter wachsenden Verkehrsströmen angepasst werden muss. Auf der anderen Seite benötigen auch die Umlandgemeinden sehr viel Geld, für den Bau und die Erweiterung von Schulen, Kindergärten, Spielplätzen und Freizeiteinrichtungen, aber auch für Straßen und Versorgungsleitungen. Eine weitere negative Auswirkung für die ländlichen Randgemeinden liegt darin, dass im Laufe der Zeit auch hier die Grundstückspreise stark steigen und die angestammte Bevölkerung sich deshalb nicht ausbreiten kann. Das führt manchmal zur starken Veränderung der Bevölkerungsanteile und zur Bildung von sogenannten “Speckgürteln” auf der einen und Slum-ähnlichen Wohnvierteln auf der anderen Seite.

Möglichkeiten, der Suburbanisierung entgegenzuwirken

Um etwas gegen die Suburbanisierung in Deutschland zu tun, soll unter anderem zu fiskalischen Mitteln gegriffen werden. Der kommunale Finanzausgleich soll hier positiv wirken, eine weitere Möglichkeit wären der Wegfall der Pendlerpauschale oder steigende Benzinpreise. Aber allein damit lässt sich die Suburbanisierung nicht stoppen. Die Städte müssen deutlich mehr für die Attraktvität des Wohnraums und gleichzeitig für bezahlbaren Wohnraum tun, müssen grüner, kinderfreundlicher und lebenswerter werden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *