Landflucht

Wenn es auf dem Land keine Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten mehr gibt und die Städte mitsamt ihrem technischen Fortschritt in der Produktion reizen, ist es nur allzu verständlich, dass diese Aussicht auf einen Arbeitsplatz die Landbevölkerung in die Städte zieht. Wenn eine solche Form der Binnenwanderung stattfindet, spricht man plakativ von Landflucht.

Hoffnungen auf einen Arbeitsplatz als Wanderungsfaktor

Ursprünglich ließ sich das Phänomen der Landflucht im Zeitalter der  Industrialisierung beobachten. In europäischen Industrienationen erlebten die Städte einen regelrechten Wachstum der auf abgewanderte Landbewohner zurückzuführen ist. Diese rasante Ausbreitung und zwangsläufige Vergrößerung der Städte wird auch Urbanisierung genannt. Heutzutage liegen beim Thema Landflucht eher Schwellen- und Entwicklungsländer im Fokus der Öffentlichkeit. Unverändert von früher zu heute sind jedoch die Beweggründe und Motive von Landflüchtigen. Sicherlich stellt für viele junge Menschen der städtische Lifestyle, welcher eine gute Infrastruktur mit sich bringt, einen Anreiz dar, kann jedoch nicht über das wesentliche und weitaus problematischere Motiv hinwegtäuschen: Die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz.

In Schwellen- und Entwicklungsländern zwangsläufig schon mit existenziellem Hintergrund, spielt in Industrienationen der Rückgang des Arbeitskräftebedarfs in der Landwirtschaft den gewichtigsten Grund. Eine weitere Form der Binnenwanderung sieht man in den Vorstädten und Wohnvierteln außerhalb der Stadt. Die Stadtflucht ist das direkte Gegenstück zur Landflucht. Für diese stellen auch die Folgen der Landflucht einen der Gründe dar. Oftmals sind es Stadtbewohner mit einem starken Einkommen, die es schließlich in die Vorstadt zieht, was die städtischen Strukturen massiv verändert. Und zur Suburbanisierung führt.

Armut, mangelnde Hygiene und Übervölkerung – Slums als Folge von Landflucht

Oftmals sind die Städte nur unausreichend vorbereitet auf das Bevölkerungswachstum. Dieses stellt besondere Anforderungen an die Infrastruktur, welche ausgebaut werden muss, was auch eine stetige Frage nach dem Geld ist. Ein weiteres Problem, das sich hierbei aufdrängt, ist der mangelnde Wohnraum. Wo bringt man die vielen Menschen eines Wanderungsstroms unter, die zwar viele Hoffnungen im Gepäck haben, aber ebenso viele Zukunftssorgen und Ungewissheit. Eines fehlt zudem: das Geld um eine Wohnung zu finanzieren. Als Folge dieses Mangels bilden sich Slums am Stadtrand. Kennzeichen sogenannter Slums sind bitterste Armut, ein schlechter hygienischer Zustand und Übervölkerung. Es erscheint logisch, dass das Vorhandensein solcher Viertel ein schlechtes Licht auf die jeweilige Stadt wirft, was auch Investoren abschreckt. Einerseits als Folge der Landflucht weisen solche Stadtteile strukturell und organisatorisch eher Ähnlichkeiten mit dem Landleben auf. Die Slums sind der Ausdruck dessen das sich die meisten Hoffnungen der Menschen vom Lande auf ein besseres Leben in der Stadt nicht erfüllen.

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